In Verbindung mit dem Partnerschaftsverein Tübingen-Villa El Salvador e.V. und dem CineLatino - Filmfestival
Peru – Vielfalt und Wandel
Organisation:
Prof. Dr. Andreas Boeckh, Prof. Dr. Johannes Kabatek, Alba Fominaya, M.A.
jeweils Mittwoch, 20 Uhr c.t.,
16.04. und 23.04., 18 Uhr c.t.
HS 23 , Kupferbau
In vielerlei Hinsicht ist Peru ein Land der Extreme: Es ist von starken sozialen und ethnischen Gegensätzen geprägt, es ist politisch hochgradig polarisiert, und es war das einzige Land Lateinamerikas, das in den 1990er Jahren eine autoritäre Regression erlebt hat. Die indigene Bevölkerung des Landes hat eine der großen Hochkulturen Amerikas hervorgebracht und ist heute politisch und sozial zu einem großen Teil ausgegrenzt. Trotz des schwerwiegenden historischen Erbes, eines externen und später auch internen Kolonialismus und trotz der Fortdauer traditioneller Politikmuster und Herrschaftsstrukturen machen sich in jüngster Zeit aber auch Anzeichen eines demokratischen Neuanfangs von unten bemerkbar.
Die Ringvorlesung
soll in Verbindung mit dem Peru-Schwerpunkt des diesjährigen
CineLatino-Filmfestivals und dem Partnerschaftsverein Tübingen-Villa El
Salvador e.V. die vielfältigen Facetten des Landes sowie einige Aspekte seiner
internationalen Verflechtungen sichtbar machen. Dabei wird der Bogen weit
gespannt: Von den präinkaischen Kulturen über den Klimawandel, der für Peru
eine besonders dramatische Qualität hat, die Biodiversität im andinen Hochland
bis hin zu neuen Formen der Partizipation, dem politischen Wandel und der
Gewaltproblematik sowie ganz eigenen Ausprägungen von Urbanität im Großraum
Lima. Und schließlich geht es auch um neue Formen der Nord-Süd-Beziehungen
unterhalb der staatlichen Ebene: Um eine klimapolitische Kooperation Münchens
und die einzigartige Städtepartnerschaft zwischen Tübingen und Villa El
Salvador, die seit September 2006 besteht.
16.04.2008 Dr. Federico Kaufmann Doig
18 Uhr Archäologe,
Botschafter von Peru, Berlin
Das alte Peru: Die Prä-Inka-Kulturen
anschließend
20 Uhr Eröffnung des CineLatino im Kino ‚Museum’
23.04
2008 Prof. Dr. Josef Sayer,
18 Uhr Hauptgeschäftsführer
MISEREOR, Aachen
Die
Bedrohung der Demokratie durch die Gewalt
20 Uhr Abschlussveranstaltung des CineLatino im Kino
Museum
30.04.2008 Dr. Hermann Tillman, Ethnologe, Tübingen
Die
Erfahrung und Wahrnehmung des Klimawandels
bei den Anden-Bauern
07.05.2008 Dr. María Salas, Ethnologin, Tübingen
Biodiversität und Kulturen im andinen Hochland
14.05.2008 Walter Schwenninger,
Ex-MdB, 1. Vorsitzender des Partnerschaftsverein Villa El Salvador - Tübingen
Nord-Süd-Städtepartnerschaft am Beispiel Tübingen und
Villa El Salvador, Peru
21.05.2008 Prof. Dr. Andreas Boeckh, Tübingen
Politische Transformationen in
Peru
28.05.2008 Prof. Dr. Wulf Oesterreicher, München
Peru - ein spanischsprachiges
Land?
Zur Situation des Quechua und des Aymara
04.06.2008 Heinz Schulze,
Koordinator Agenda 21 – Eine Welt, München
Klimawandel
lokal: Münchens Klimabündnis mit dem
Regenwald in Peru
11.06.2008 Dr. Kathrin Golda-Pongratz, Architektin,
Universitat Politècnica de Catalunya, Barcelona
Wüstenstadt,
Selbstbaustadt, Monumentalstadt:
Urbane Identitäten in Lima
18. 06. 2008 Bernhard
Merk, Soziologe und Diplomvolkswirt, Informationsstelle Peru e.V., Freiburg
Verschuldung, Entwicklung und soziale Partizipation
in Peru
Während des CineLatino Filmfestivals, das vom 16. bis 23.
April 2008 in den Kinos Museum und Arsenal stattfindet, werden folgende
peruanische Filme gezeigt:
La
prueba (Die
Prüfung)
Ein Spielfilm von Judith Vélez, Peru 2006, OmeU
Madeinusa
Ein Spielfilm von Claudia Llosa, Peru / Spanien 2006, OmU
Mariposa negra
(Schwarzer Schmetterling)
Ein Spielfilm von Francisco Lombardi, Peru 2006, OmeU
Días
de Santiago
Ein Spielfilm von Josué Méndez, Peru 2004, OmU
Coraje (Courage)
Ein Spielfilm von Alberto
Durant, Peru 1998, OmeU
Mehr Information über das Filmfestival unter
www.filmtage-tuebingen.de